Interview mit Jonas Holtz, Vorstandsvorsitzender der JES.AG

JES.Group GmbH begrüßt notwendigen Rückenwind von der neuen Bundesregierung für die Branche

Steigende Strom-und Gaspreise sind derzeit in aller Munde. Mit den Themen Grundversorgung und Anbieterwechsel müssen sich jetzt viele Verbraucher notgedrungenermaßen beschäftigen. Die JES.AG, Fullservice-Anbieter im Bereich Photovoltaikanlagen, setzt auf 100 Prozent Ökostrom und zeigt, wie Menschen von der Energiewende profitieren und Kosten sparen können.

Wenn ich die JES.Group GmbH an meiner Seite habe, aktiven Klimaschutz betreiben und kostensparende nachhaltige Energie beziehen möchte – wie können Sie mir helfen?

Wenn jemand ein eigenes Dach hat, errichten wir dort eine Photovoltaikanlage. Der Eigentümer benötigt dabei nicht einmal finanzielle Mittel, sondern wir errichten diese Anlage auf seinem Dach ohne Anschaffungskosten. Der Kunde zahlt diese dann in Form einer monatlichen Pacht zurück und hat somit trotzdem eine sofortige Stromersparnis.

Und wenn ich kein eigenes Dach habe?

Deshalb haben wir vor zwei Jahren die JES.AG als Energieversorgungsunternehmen innerhalb der JES.Group GmbH gegründet und somit auch ein klassisches Stromprodukt anzubieten. Unser Ziel ist es, den Strom, den wir veräußern, über eigene Photovoltaikanlagen in unseren Bilanzkreis einzuspeisen. Dadurch werden wir einen Preisvorteil gegenüber allen anderen Anbietern generieren können. Innerhalb der nächsten fünf Jahre wollen wir der größte Energieversorger innerhalb von MV werden.

Die Angebote der JES.Group GmbH werden von Kunden sehr gut angenommen. Worin begründet sich der Erfolg?

Wir decken praktisch die komplette Wertschöpfungskette im Unternehmen selbst ab. Das ist etwas, was es so am Markt kaum noch gibt. Von der Projektentwicklung bis zum Bau, Planung, Umsetzung, Service und Betrieb der Photovoltaikanlagen ist alles in unserer Unternehmensgruppe abgebildet. Zusätzlich wird der erzeugte Strom über den firmeneigenen Energiehandel JES.AG günstig an den Endkunden weiterverkauft. Und das nicht nur standortbezogen, sondern deutschlandweit. Für uns ist jedoch immer noch unsere Heimatregion MV am interessantesten.

Unser Erfolg liegt sicherlich auch darin begründet, dass wir in der Unternehmensgruppe fachlich sehr breit aufgestellt sind und dadurch die Verantwortung auch auf mehrere Schultern verteilt wird. Nur deshalb können wir uns auch um jeden Kunden kümmern, die Dachflächen, Gewerbehallen oder die Einfamilienhäuser haben. Aber auch um Leute, die nur das Stromprodukt haben wollen. Das funktioniert natürlich nicht mit einer One-Man-Show, sondern, weil ich Mitarbeiter habe, die meine Visionen über die Ziellinie bringen. Ich bin unglaublich stolz auf meine Mannschaft, die jeden Tag hinter mir steht.

Wer Ihren Service in Anspruch nehmen möchte, der findet die JES.Group GmbH seit November 2021 in der Broderstorfer Gewerbestraße 1. Warum der Umzug?

Wir errichten im Jahr ca. 3500 Photovoltaikanlagen in ganz Deutschland. Wir haben einen Standort gesucht, wo wir ein eigenes Logistikzentrum haben, wo einfach auch unsere Lagerwirtschaft stattfindet. Und wir brauchten natürlich einen Standort mit Autobahnnähe. Somit können wir insgesamt gesehen auch viel ökonomischer arbeiten.

Bis 2030 sollen 140 Gigawatt Photovoltaik (PV) neu installiert werden und alle geeigneten Dachflächen für die Solarenergie genutzt werden. Das ist ausdrücklich erklärtes Regierungsziel, das Sie sicherlich begrüßen...

Das ist für uns absoluter Rückenwind, der auch dringend notwendig ist, um die Klimaziele der EU und der Bundesrepublik zu erreichen. Die PV-Branche ist auch in der Lage, auf eigenen Füßen zu stehen, weil der Gestehungspreis für Solar und Strom (Kosten für die Erzeugung) effizient und kostengünstig ist, wovon jeder Unternehmer und jeder Bürger am Ende partizipieren kann. Unsere Branche braucht keine Subventionen mehr, sondern einfach nur Beschleunigung im Planungsverfahren, um Flächen bebaubar zu machen und am Ende Erzeugungsanlagen errichten zu können.

Die neue Bundesregierung spricht davon, Hindernisse bei der Errichtung von Photovoltaikanlagen aus dem Weg räumen zu wollen. Welche sind das aus Ihrer Sicht?

An der Erstellung der Flächennutzungspläne sind viele Fachämter beteiligt. Es ist ganz wichtig, dass dort eine enge Verzahnung von Bund, Ländern, Kommunen, Kreisverwaltungen, Landkreisen und natürlich den Anlagenbetreibern und Investoren zustande kommt. Es kann nur dann wirklich funktionieren, wenn alle an einem Strang ziehen. Wenn wir Planungsverfahren beschleunigen wollen, muss einfach eine saubere Abarbeitung gewährleistet sein.

Die EU-Kommission will Investitionen in Gas- und Atomkraftwerke unter bestimmten Bedingungen als klimafreundlich einstufen. Ihre Meinung als Klimaschutzexperte?

Das wäre eine doppelte Rolle rückwärts. Es gibt genug Technologien, die zusätzlich gefördert werden müssen, wie beispielsweise Wasserstoff, um nicht mehr auf fossile Brennstoffe zurückgreifen zu müssen. Das Entscheidende ist einfach, dass man sich in der EU jetzt nicht durch die steigenden Energiepreise verrückt machen lassen sollte. Man sollte jetzt einen kühlen Kopf bewahren und Planungsverfahren voranbringen. Die Branche ist bereit, auf eigenen Füßen zu stehen und den Strom auch in Größenordnung selbst zu produzieren. Das Entscheidende ist, dass die Bebaubarkeit der Flächen gewährleistet wird. Und dass am Ende des Tages auch die Finanzierbarkeit dargestellt wird.